CHC

CHC™ – Caertnerei Hydro Classification

© 17.06.2026 Caertnerei. Alle Rechte vorbehalten.

Die Caertnerei Hydro Classification (CHC™) dient der einheitlichen Beschreibung von Tiefwasserkultursystemen (DWC) anhand ihrer:

  • Topologie (Anordnung)
  • Hydraulik (Strömungseigenschaften)
  • Versorgung

Ziel ist es, die häufig uneinheitliche Verwendung oder den unsachgemäß gebrauchten vom Begriff (R)DWC technisch nachvollziehbar zu strukturieren.

1. Topologie

Die Topologie beschreibt die räumliche Anordnung und Verbindung der Behälter.

DWC – Single (S)

Ein einzelner Pflanzenbehälter ohne Verbindung zu weiteren Behältern.

Merkmale: Einzelbehälter, keine hydraulische Verbindung, lokale Wasserpflege

 

(R)DWC – Daisy(chain) - Kette (D)

Mehrere Behälter sind in Reihe miteinander verbunden.

Merkmale: lineare Anordnung, einfache Erweiterbarkeit, häufige Bauform bei DIY-Systemen. Keine Zirkulation möglich!

Beispiel: K1  K2  K3 

 

(R)DWC – Ring (R)

Die Behälter (Daisy) sind zusätzlich kreisförmig miteinander verbunden.

Merkmale: mehrere Strömungswege möglich, gleichmäßigere Verteilung, höhere Ausfallsicherheit gegenüber einer reinen Daisy-Anordnung.

Beispiel: K1  K2  K3  K1

 

(R)DWC – Manifold - Verteiler (M)

Die Behälter werden über einen zentralen Verteiler versorgt.

Merkmale: sternförmiger Aufbau, identische Leitungswege möglich, häufig in größeren Anlagen eingesetzt

Beispiel: Verteiler  ( K1, K2, K3 )

 

Mischformen

Bei manchen Systemen werden Verschaltungen kombiniert (z.B 2-Fach Verteiler und zwei Ringe - z.B. Alien Hydroponics). Dieses könnte man als DR (DoubleRing) bezeichnen, in höherer Ausbaustufe dann als Triple-/Quad-/Multiple Ring.

2. Hydraulik

Die Hydraulik beschreibt, wie sich das Wasser innerhalb des Systems verhält. Dieses Merkmal ist meist unabhängig von der Topologie. 

 

Ein Verbund (Kette/Ring) kann beispielsweise als LDWC, FDWC oder XDWC ausgeführt werden.

 

Das klassische "R" in RDWC beschreibt neben dem Zirkulieren (aktiv, mit Pumpe) zusätzlich das "Re"zirkulieren (zurück in einen Tank). Daher ist der (R) eher als Bezeichnung für ein System mit Pumpe und Tank zu verstehen. 

 

Wir verwenden daher für (R)DWC Systeme folgende Bezeichnungen:

 

3. Versorgung

Die Versorgung beschreibt, wie der Zulauf, und wo die Wasserpflege erfolgt. Dies ist unabhängig von Topologie und Hydraulik.

 

Ohne Tank

Die Wasserpflege erfolgt direkt in den Pflanzenbehältern. Der "Tank" wird als Behälter umfunktioniert.

Merkmale: keine zentrale Nachfüllung, keine zentrale Dosierung, einfache Bauweise

 

Mit Tank (T)

Die Wasserpflege erfolgt über einen zentralen Tank. Keine Bepflanzung.

Merkmale: zentrale pH-, EC-, Temperatur-, ORP-Kontrollen (etc.), zentrale Nachfüllung, zentrale Kühlung oder Heizung möglich,

 

Ein Tank kann mit jeder Hydraulikklasse kombiniert werden. 

Beispiele: LDWC-R-T, FDWC-R-T, XDWC-M-T

 

Dies ersetzt die klassische Bezeichnung (R)DWC. Das "Zirkulieren" deuten wir als Pumpe, das "Re" als Integration eines Tanks im System.

4. Fazit

Die CHC™ trennt damit erstmals die drei unabhängigen Eigenschaften eines Tiefwasserkultursystems:

  • Topologie – Wie sind die Behälter angeordnet?
  • Hydraulik – Wie verhält sich das Wasser? (In den Leitungen/Behälter)
  • Versorgung – Wo erfolgt die Wasserpflege/-aufbereitung?

Dadurch lassen sich unterschiedliche (R)DWC-Systeme technisch eindeutiger beschreiben und eher miteinander vergleichen. Eine Benennung könnte etwa so erfolgen:

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